Eigene Reichweiten- und Restspritberechnung

  • Hallo CHR-ler,


    nachdem hier im Forum schon einiges über die Tankleuchte und die Restweitenanzeige geschimpft wurde, habe ich überlegt, ob Toyota da wirklich so geschludert hat bzw. ob das besser geht. Nach dem Motto 'glauben-heißt-nicht-wissen' wurde aus der Überlegung ein kleiner Versuch einer eigenen
    Restweitenbestimmung im direkten Vergleich zu den Daten des Bordcomputers. Ich hab dazu einen neuen Thread aufgemacht, da es mehrere andere Threads betrifft ( Nera : ggf. verschieben bzw. woanders anhängen, wenns hier nicht genehm ist).


    Es ging mir um mehrere Sachen in einem Aufwasch :
    1.) Ist die Restreichweite des CHR wirklich so grottig oder kann man das besser machen ?
    2.) Bei wieviel Liter geht die Warnlampe an ? (Ich hatte da neulich so ein Erlebnis bzgl. leerem Tank :saint: )
    3.) Ist die Verbrauchsanzeige so daneben, wie mancher hier im Forum berichtet ?


    Da ich letzte Woche etwas mehr mit dem CHR unterwegs war, bot sich dieser Zeitraum für den Versuch an. Tank ordentlich voll gemacht (ich weiß ja mittlerweile, dass recht genau 43 Liter reingehen :D ) und auf den Fahrten die km-Strecke und den Spritfluß aus der ECU abgegriffen und mitprotokolliert. Bei Zwischenstops den Bordcomputer bzgl. gefahrener km und Restweite abgelesen. Nach gefahrenen knapp 490 km wieder an die Tanke und auch wieder gut vollgetankt. Alle Daten dann mal verrechnet und verglichen. Das Ergebnis sieht dann so aus :
    chr-forum.de/gallery/image/918/


    Oben sind der Momentanverbrauch sowie der gemittelte Verbrauch für diese Tankfüllung dargestellt. Die intessanteren Kurven sind unten : blau ist der von mir errechnete Tankinhalt und grün die eigene Restreichweitenprognose. Die ist seeehr simpel gehalten und macht keinerlei Annahmen zu EV-Anteil, Anteil Kurzstrecke oder was-auch-immer man sich da so ausdenken könnte. Daß die Kurve anfangs so rumzappelt liegt schlicht daran, daß zu Beginn noch nicht genug Daten für eine vernünftige Statistik da sind, mit zunehmender Strecke wird es dann besser (gleiches gilt auch für den mittleren Verbrauch). Die Daten des Bordcomputers habe ich als einzelne rote Meßpunkte eingetragen und linear miteinander verbunden. Interessanterweise ist der Bordcomputer anfangs deutlich optimistischer als ich, danach sind sich beide Berechnungen nach der halben Tankfüllung relativ einig, aber gegen Ende hin wird der Bordcomputer übervorsichtig.


    Bis zur Reservelampe bin ich nicht gefahren, die geht typischerweise bei +/- 50km Restreichweite an. Angezeigt wurden vom Bordcomputer an der Tanke noch 73 km (also noch ca. 20km bis zum Reservelämpchen). Zu diesem Zeitpunkt war laut meinen Daten noch Sprit für 178 km im Tank, was in etwa zu den Erfahrungen hier im Forum paßt, daß man mit aktiver Leuchte noch gut über 100km weit kommt.


    Meine Tankberechnung hat noch 11.5 Liter im Tank vermutet, also sollten beim 43-Liter-Tank 31.5 Liter fällig sein. Getankt habe ich 32.8 Liter, mit der Differenz von einem guten Liter kann ich leben. Selbst wenn ich den Liter einrechne, komme ich noch auf eine Restreichweite von 150 km.


    Meine live Verbrauchsrechnung ergab 6.48 l/100km, aus Strecke und Tankzettel errechnet sich schließlich ein Verbrauch von 6.76. Der Bordcomputer spricht von 5.8 l/100km, ein ziemlich geschönter Wert, wie ich finde.


    Was bleibt unterm Strich ?
    Die Sensorik des CHR liefert durchaus ausreichend präzise Daten, um daraus gute Prognosen zu machen. Anscheinend haben sich aber die Programmierer bei dem Softwareteil herzlich wenig Mühe gegeben.


    Meine Antworten auf meine obigen Fragen :
    1.) Ja, Restweitenberechnung geht nachweislich (!) besser X(
    2.) Mit den 20km zu früh an der Tanke und den getankten Litern sind es ca. 9 Liter Reserve bei Lämpchen an.
    3.) Nach meinem Gefühl und für diesen Einzeltest lautet auch die Antwort zur Verbrauchsrechnung : Ja, auch das geht besser :whistling:


    Gruß,
    Horst

  • Du hast akribisch, mathematisch bewiesen, was ich in anderen Beiträgen auf der Tonspur geschrieben habe.


    Es ist alles an Daten da, sonst könnte Toyota auch nicht ein, aus meiner Sicht, perfektes Motorenmanagement hinlegen.


    Die bleiben hier unter ihren Möglichkeiten, schade.


    In dem Zusammenhang und den leidigen gelben Lampen aus nichtig Gründen . Die gehören für mich in die Kategorie Alarm und damit sollte man als Hersteller sorgsam umgehen, sonst ignoriert der Nutzer diese, was irgendwann nach hinten losgehen kann.