Micha234 :
Ich war selbständig und habe natürlich ausrechnen müssen, welchen Stundenlohn ich für mich ansetze, um wissen zu können, ob der Umsatz meiner Praxis ausreicht, meine fixen Kosten für Raummiete, Strom, Gas, Wasser und Nebenkosten wie Berufshaftpflichtversicherung, Praxisausfallversicherung, privater Kankenversicherung, Tagegeldversicherung in Höhe der täglich anfallenden Praxiskosten wie oben genannt und Eigenbedarfs ebenso decken zu können wie die Lohn- und Lohnnebenkosten für meine bis zu zehn Angestellt:innen samt deren Familien, zu deren Unterhalt sie beitrugen.
Da ich selber ja auch noch Kosten für mein eigenes Leben samt Kind und Kegel für Wohnung und Ernährung hatte, alle paar Jahre mal einen Urlaub und vielleicht auch mal einen Besuch im Duisburger Zoo, war es für mich existenziell, meinen eigenen Arbeitswert zu kennen. Der musste der Kalkulation nämlich noch aufgeschlagen werden, und das alles unter Berücksichtigung der gerade geltenden Steuersätze. Das sind natürlich Fragen, die sich mir als zuvor angestelltem Facharzt in einer Klinik ohne eigene Geschäftsverantwortung gar nicht stellten.
Rückblickend war die Rückgabe meiner Zulassung als Vertragsarzt der gesetzlichen Krankenversicherungen der einzig richtige Schritt, denn ich habe irgendwann das desolat kaputte Krankenversicherungssystem dieses Landes mit eigenen Rücklagen mitfinanziert, zusätzlich zu den Steuern, die ich ohnehin abführen musste. Dazu habe ich dann freiwillig gerne "Nein" gesagt. Und seither geht es mir endlich besser...