Mit dem ProAce City Verso on Tour
Vom schnittigen Crossover SUV zum Kastenwagen mit Fenstern. Ob das gut geht ?
Eindeutig „Ja“
Die ersten 1000 KM sind abgespult und die Begeisterung über den ProAce City Verso wächst immer weiter.
Die allererste Ausfahrt ging in durch das nördliche Bergische Land – Teil der Bergischen Panoramaroute. Es geht vom Haus aus bergab – Merine Frau fragt "läuft der Motor man hört nix"– Ja er läuft. Jedenfalls reagiert er wenn man Gas gibt. Es geht bis zum Nachbarort und hier auf die Autobahn. Wir müssen berghoch beschleunigen. „Wo ist der Motor“ ? Man hört so gut wie nichts. Einzig Windgeräusche die sich ganz langsam bei 130 km/h bemerkbar machen und ansonsten genießt man die Ruhe . Ich setze mich zurück in den bequemen Sessel mit den Armlehnen und gleite auf der A4 Richtung Olpe. Die Tachonadel steht bei 140 km/h und meine Frau sitzt entspannt in ihrem Armlehnensessel und genießt die Landschaft. Normal wäre ab ca 120 km/h ein leichter Unterton in der Stimme „Wie schnell fährst Du“ und bei 130 km/h könnte ich so langsam den Tagesausflug vergessen, denn ab da ist der Ehefrieden normalerweise hin.
Nix ist. Wir gleiten die A4 berghoch. Ich teste die adaptive Geschwindigkeitsanlage. Reaktion wie beim C HR. Einzig die Erkennung der Verkehrszeichen ist nun anders. Energisch werde ich im HUD auf 120 km/h hingewiesen. Ich fahre weiter 140 km/h. Nun taucht im HUD das Wörtchen „MEM“ auf. Ah, mal testen Also drücke ich bei 140 km/ die Taste „Mem“ und werde aufgefordert dies noch einmal zu bestätigen. Also nochmal auf „MEM“ gedrückt und schon bremst sich das Fahrzeug von selbst auf 120 km/h runter.
Der eingestellte Abstand zum Vordermann wird gespeichert. Ich muss also beim nächsten Mal nicht wieder von 3 Balken auf einen Balken gehen.
Angenehm, wenn ich überholen will und es hängt jemand im toten Winkel, dann blinkt es im Spiegel. Der Spurassistent arbeitet angenehm im Hintergrund. Lediglich im HUD sehe ich, dass ich der Seitenlinie nah gekommen bin und werde sanft wieder zurück in die Fahrbahn gelenkt. Ich vermisse das Piepen des CHR. Erst als ich mal extra permanent auf dem rechten Seitenstreifen fahre ertönt ein kurzer und prägnanter Warnton.
Schnell ist die Abfahrt Eckenhagen erreicht und in der kurvigen Abfahrt wird einem bewusst, dass man recht schnell unterwegs ist. Ist schließlich ein Hochdachkombi. Liegt zwar erstaunlich gut in der Kurve, aber da man den Motor nicht hört, ist man schnell zu schnell.
In Eckenhagen kommt das erste Einparken. Automatisch IPA – Ich trau mich nicht. Also geht‘s rückwärts in die Parklücke. Exakt taucht die Parklücke in der Kamera auf gleichzeitig habe ich ein simuliertes Bild wie von einer Drohne von oben auf das Fahrzeug und die Umgebung. Ich erkenne, anhand dieses Bildes, dass ich leicht schräg stehe und korrigiere bis das simulierte Bild mir anzeigt, dass ich kerzengerade in der Lücke stehe.
Nach einem kurzen Spaziergang im Kurpark geschieht Erstaunliches. Meine Frau, die sich seit Jahren weigert mit irgendeinem unserer größeren Fahrzeuge zu fahren, möchte selbst ans Steuer. Und das mit einem funkelnagelneuen Wagen und dann auf bergische Landsträßchen. Juhd, Sie soll ihren Spaß haben und ich bin das Steuer los.
Wohin ? Gute Frage ich hatte mir einige schöne Ausflugsziele notiert. Also schalte ich auf Online Suche und habe blitzschnell die Ergebnisse, die ich ans Navi übergebe. Anschluss über Smartphone oder Hotspot – Fehlanzeige. Geht alles über die im Fahrzeug eingebaute SIM. Ich habe selbst TomTom Traffic in Gegenden wo mein Smartphone einfach nur nix anzeigt. Im Gegensatz zum Smartphone funktioniert sogar die Online Suche und schnell sind die Ziele eingegeben bzw. übergeben. Nun noch aus 4 Vorschlägen rausgesucht Schnell, Kurz, Umwelt oder Kompromiss – wir entscheiden uns für Kompromiss und meine Frau fährt entspannt und lächelnd mit dem Schrank auf Rädern los. Ich genieße die Fahrt durch die großen Panoramascheiben und durch das Panoramadach, welches viel Licht rein und ganz andere Ausblicke zulässt.
Die Navigationsansagen sind absolut genau und präzise und im HUD werden die wichtigsten Hinweise angezeigt.
Plötzlich geht im HUD eine Warnung an und das Tempozeichen blinkt wie wild. Meine Frau ist zu schnell unterwegs und meint, da war überhaupt kein Verkehrsschild mit Tempo 50. Nö, aber ein Ortsschild und die werden erkannt. Innerhalb einer Ortschaft ist halt 50 km/h. Diese Aufforderung bekommen wir an diesem Tag noch öfter zu sehen, denn wir durchfahren viele Ortschaften, und kein Schild wird von der Erkennung ausgelassen.
Aber auch die Ortsende Schilder werden erkannt und schon steht wieder Tempo 100 auf dem HUD sofern nichts anderes vorgegeben wurde.
Ruhig werkelt der 3 Zylinder vor sich hin, und ist für meine Frau so manches mal etwas zu spurtfreudig. Sie hat entdeckt, dass man trotz Automatik mittels Schaltwippen rauf und runter schalten kann. Wippe einmal minus und im Berg in einer Kurve etwas Gas gegeben, gut dass ich häufig mit den Jungs vom Experimentalflug Freiburg mitgeflogen bin und der Magen recht robust ist. Meiner Frau macht‘s Spaß. Irgendwie scheine ich eine neue Frau zu haben.
Juhd. So langsam wird‘s Zeit für eine Mittachspause. Der Hunger meldet sich. Da wir keine Lust auf „ Ruhetage“ haben ist der ProAce gut ausgestattet. Er verfügt nun über eine kleine Bordküche im Heck an der Decke untergebracht. Eine fest installierte Kühlbox. Fließend Wasser, Seife, Küchen- und Handtücher, selbst Desinfektionsmittel befindet sich an Bord.
Auf einer großen Wiese oberhalb eines Stausee, die normalerweise übervölkert ist von Badegästen- heute ist es kühl und auch Montag – parken wir mit Blick über den See.
Sitze vorgeschoben, Tische hochgeklappt. Und wir sitzen gemütlich wie in einem Wohnmobil, genießen die Landschaft und unser Essen. Es fängt leicht an zu nieseln. Es ist umso gemütlicher in dem Fahrzeug.
Nach dem Mittag und einem kleinem Spaziergang am See, darf ich wieder ans Lenkrad. Tauche auf einer bergigen und engen kurvenreichen Strecke auf einmal einem Citroen Berlingo, gleiche Farbe, gleicher Baumonat im Heck auf. Fasziniert weil er nun den 4. im Bunde den ProAce City sieht guckt er nicht mehr richtig auf die Straße sondern in den Rückspiegel. Bei ihm geht wohl eine ganze Batterie von Warnungen an als er in den Gegenverkehr steuert und wir rollen gemeinsam erst mal auf einen Wanderparkplatz. Toyota meets Citroen und mit Coronaabstand fachsimpeln wir und stellen fest – Wir sind eine große Familie. Citroen, Opel, Peugeot, Toyota und es soll wohl Fiat hinzukommen.
Von Citroen weis ich wie man das Navi einrichtet, Von Peugeot weis ich, warum es auf dem Beifahrerplatz keinen Kosmetikspiegel gibt. Von Peugeot weis ich wie der Einparkassistent funktioniert. Peugeot weis von mir warum die Kontakte vom Smartphone nicht übernommen werden. Lag am fehlenden Häckchen im Smartphone. Hat was von Multikulti. Mir macht‘s Spaß der Austausch. Wie befestige ich meine Kühlbox- hier kommt Rat vom Combo Kollegen. Die breite Mittelkonsole stört mich und bereitet mir auf einer längeren Fahrt etwas Pein am Bein. Kein Problem, der Peugeot Kollege weis Rat und schon ist die Mittelkonsole dank Ali aus China gepolstert und sogar saubequem. Die Einbauanleitung für die LED Umrüstung kommt wiederum vom Peugeot Kollegen man hilft sich man ist halt wie geschrieben eine große Familie.
Bald kommt die erste Ausfahrt mit unseren Pedelec's. Bin mal gespannt, ob ich die merke. Man merkt nichts . Das Fahrzeug hat wohl irgendetwas elektronisches wo hinten die Gewichte ausbalanciert werden. Betrifft wohl hauptsächlich Anhänger oder Caravans, wenn die von selber überholen wollen.
Meine Pedelec‘s verschwinden hinter dem breiten Aufbau im absoluten Windschatten und nun kommt‘s. Wir transportieren die Räder bergauf in die Eifel und exakt auf dieser Strecke hatte ich im C HR mitsamt den Pedelecs auf der Kupplung regelmäßig um die 7,2 ltr bis 7,5 ltr, Verbrauch. Der ProAce City bleibt bei 6,6 ltr. Also da war ich dann überrascht, aber gelte nicht als Spritsparwunder. Die Citroen,Peugeot, Combo Leute meinten mich trösten zu müssen mit den Worten „ Der ist neu, das pendelt sich noch nach unten ein“ Dabei war ich im Gegenteil positiv überrascht.
Es hat sich tatsächlich dann kurze Zeit später nach unten etwas eingependelt aber da ist meine Frau gefahren……
Insgesamt liege ich wohl nach 1000 km Autobahn bis 140 km/h /Bergischen Landstr. /, Bergische Eifel,/ Ahr entlang teilweise Räder auf der Kupplung/ Etwas länger Motor im Stand laufen gelassen weil ich mit den ganzen Knöppchen und Schaltern und Wippen und Navi klar kommen musste bei 7,5 ltr.
Das wird wirklich noch weniger.
Mein Fazit nach 1000 KM drückt ein Kollege aus dem Berlingo Forum wie folgt aus.
Ich grinse beim Einsteigen und beim Aussteigen immer noch. Die gefühlte Zufriedenheit ist bis jetzt so hoch wie noch bei keinem Vorgänger-Auto.
wohlfühlen >> reinsetzen >> wohlfühlen >> fahren >> wohlfühlen >> genießen >> wohlfühlen >> aussteigen >> wohlfühlen >> an nächste Fahrt denken >> freuen >> wohlfühlen
Ja, absolut zutreffend. So gut hätte ich es nicht ausdrücken können 